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Wie sich COVID-19 auf den deutschen Handel auswirkt

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Die deutsche Industrie ist weltberühmt für den Maschinenbau und seine Autos. Sie sind jedoch nur zwei von vielen Bereichen, in denen die deutsche Industrie auf den Weltmärkten wettbewerbsfähig ist. Der Export von Waren und Dienstleistungen macht heute rund die Hälfte des BIP aus. Jeder vierte Arbeitsplatz hängt vom Export ab. In der Industrie gilt dies sogar für mehr als jeden anderen Job.

2019 blühte die deutsche Wirtschaft. Die deutschen Exporte stiegen im März letzten Jahres auf über 112 Milliarden Euro, zur Überraschung vieler Ökonomen. Trotz der Besorgnis über internationale Handelskonflikte boomten die deutschen Exporte 2019.

Europas größte Volkswirtschaft in einer tiefen Rezession

Doch dann kam die Pandemie. Und Deutschlands Wirtschaft, Europas größte Volkswirtschaft, steckt in einer tiefen Rezession. Im März sowie April hatten in Folge der Pandemie Teile der deutschen Wirtschaft faktisch stillgestanden.

Geschlossene Grenzen, Reisebeschränkungen und Störungen der See- und Luftfracht: Die Folgen der Corona-Pandemie bekamen Deutschlands Exporteure mit voller Wucht zu spüren. Genauer gesagt: Die Exporte brachen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 30 % ein. Die Deutsche Industrie- und Handelskammertag beispielsweise rechnet für das gesamte Jahr mit einem Rückgang um mindestens 15 %. Denselben Rückgang erwartet auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Schaut man sich die Länder an, in denen die Exporte besonders stark gesunken sind, dann sind das die des Euro-Raums: So gingen die deutschen Exporte nach Frankreich um fast die Hälfte zurück, nach Italien um ganze 40 Prozent. Außerhalb Europas brach der Export in die USA um knapp 36 Prozent ein, während der nach China “nur” um knapp 13 Prozent fiel.

Und dieser negative Trend geht über die europäischen Grenzen hinaus: Nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) könnte der weltweite Handel 2020 um 13 bis 32 Prozent zurückgehen, abhängig vom Verlauf der Pandemie.

Deutsche Wirtschaft auf Erholungskurs

Doch kann die sonst so blühende deutsche Wirtschaft nicht als Fels in der Brandung Hoffnung auf einen Aufschwung geben? Die Antwort lautet leise “Ja”.

Volkswirte gehen mittlerweile davon aus, dass die Konjunktur im zweiten Halbjahr wieder Fahrt aufnimmt, vorausgesetzt die Infektionszahlen steigen nicht erneut extrem an. Die Deutsche Bundesbank berichtet in ihrem jüngsten Monatsbericht, dass nach dem starken Einbruch im ersten Halbjahr, die deutsche Wirtschaft im Sommerquartal 2020 “sehr kräftig wachsen” dürfte.

Auch beim ifo-Geschäftsklimaindex stehen alle Zeichen auf Aufschwung. Er stieg von 90,4 Punkten im Juli auf 92,2 Punkte im August. Das bedeutet, dass die vom ifo institut befragten Manager die Geschäftsaussichten ihres Unternehmens besser einschätzen als vorher. Die Entwicklungen der Märkte können Sie mit verschiedenen Softwares ganz genau verfolgen.

Dieser Optimismus sollte dennoch vorsichtig genossen werden. So rechnet die Bundesregierung trotzdem mit Blick auf das Gesamtjahr mit der schwersten Rezession der Nachkriegszeit. Sie ging zuletzt von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 6,3 Prozent aus.

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