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Covid-19 macht es möglich: Die Digitalisierung schreitet voran

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Corona hält die Erdbevölkerung nach wie vor in Atem. Die Zahl der infizierten Menschen steigt und auch die Sterberaten sind bedrohlich. Wissenschaftler forschen unter großem Zeitdruck an einem rettenden Impfstoff und die Weltwirtschaft gerät wegen der Pandemie immer mehr in Schieflage.

Trotzdem haben die weltweiten Lockdowns auch positive Entwicklungen gefördert und beispielsweise den Digitalisierungsprozess deutlich vorangebracht. Was nach Einschätzung von Experten erst für die Zeit in drei bis fünf Jahren prognostiziert war, hat sich nun innerhalb weniger Monate etabliert: die Corona-Pandemie beschleunigt den digitalen Wandel und unterstützt Arbeitsabläufe in allen Abteilungen deutscher Großunternehmen.

Laut einer Studie des Ifo-Institutes, die im Auftrag des Unternehmens Randstad Deutschland aktuell durchgeführt wurde, organisieren zwei Drittel von 800 befragten Personalverantwortlichen immer häufiger virtuelle Konferenzen. Im Gegenzug wollen rund 60 Prozent von ihnen Besprechungen im Büro sowie Geschäftsreisen deutlich reduzieren.

Wegbereiter Covid-19

Im zweiten Quartal des Jahres 2020 haben über 20 Prozent der Firmen neue Software-Lösungen für ihre interne Kommunikation eingekauft und etabliert. Eine stabile IT-Infrastruktur, mobile Endgeräte sowie digitale Kanäle, Plattformen und Messenger-Dienste sind die Voraussetzung, mobil zu arbeiten und virtuell zu kommunizieren.

Teams organisieren sich eigenverantwortlich auf Kooperationsplattformen wie Trello und tauschen sich mithilfe von z. B. Microsoft Teams aus. Veränderungen halten Einzug in Großunternehmen und Konzernen, weil Corona es erforderlich macht. Covid-19 zwingt Menschen im beruflichen und privaten Kontext, neue Wege zu gehen.

Einfach digital kommunizieren

Digitale Kanäle bringen Menschen trotzdem zusammen und ermöglichen z. B. virtuelle Führungen durch Kunsthallen und Museen oder bringen die Vorlesungen in die Studierzimmer nach Hause. Homeschooling ist inzwischen ein Begriff, der auch den Grundschülern geläufig ist. Wer sich verabreden will, nutzt Social Mediaund trifft sich anschließend z. B. zum Musizieren auf dem jeweiligen Balkon.

Fest steht, dass die Corona-Pandemie den digitalen Wandel weltweit positiv beeinflusst, denn Kontaktbeschränkungen bzw. -sperren sorgten in der jüngsten Vergangenheit dafür, dass Unternehmen sowie Konzerne das Homeoffice als schlagkräftiges Instrument einführten, um weitere Umsatzeinbußen zu vermeiden.

Die Sorge der Entscheidungsträger, dass durch Homeoffice die Effizienz der Mitarbeiter sinkt, bewahrheitet sich bis heute nicht. Wie es aussieht, planen Unternehmen, das Homeoffice für die Mitarbeiter auch in der Zeit nach Covid-19 beizubehalten bzw. weiter auszubauen.

Virtuelle Teams funktionieren

Vor der Pandemie arbeiteten laut Ifo-Studie knapp 40 Prozent der Angestellten teilweise von zu Hause aus. Mittlerweile sind es 61 Prozent und es geht noch mehr. Wie die Studie weiter beweist, könnten 80 Prozent der Firmen Homeoffice-Arbeitsplätze schaffen. Im verarbeitenden Gewerbe stieg der Anteil bereits auf 70 Prozent. Auch 15 Prozent der Dienstleistungsfirmen erhöhten die Homeoffice-Nutzung.

Arbeitsteams in nationalen wie internationalen Unternehmen haben gelernt, mithilfe digitaler Tools, quer durch alle Bereiche zusammenzuarbeiten. Kommunikation ist möglich, auch wenn Meetings im digitalen Raum stattfinden. Das persönliche Vieraugengespräch wird künftig seltener und auch Bewerbungsgespräche werden – laut den befragten Personalverantwortlichen – mehr und mehr in den virtuellen Raum verlagert. E-Learning ist das neue Reizwort – einerseits von der Mehrheit der Unternehmen noch unwillig beäugt, andererseits als sinnvolle Option bereits fest verankert.

Große Unternehmen und Konzerne setzen den digitalen Wandel oft schneller und konsequenter um als kleine.Videokonferenzen gehören seit Beginn der Pandemie für einen wachsenden Anteil der Mitarbeiter zum Arbeitsalltag. Diese Veränderungen dürften von Dauer sein, darin sind sich über 60 Prozent der Befragten durch das Ifo-Institut einig.

Und das obwohl Deutschland in der Vergangenheit häufig nicht als Vorreiter der Digitalisierung galt. Kleine und familiengeführte Firmen tun sich offenbar noch schwer, ein Veränderungsmanagement umzusetzen: Festgefahrene Strukturen, ungeschulte Mitarbeiter und auch die Kosten für eine adäquate IT-Lösung schrecken sie ab.

Digitale Kompetenz fördern

Eine Studie von LinkedIn und dem Ifo-Institut zeigt, dass aber auch nur 36 Prozent der LinkedIn-Mitglieder aus der Industrie über digitale Fachkompetenz verfügt und weitere 12 Prozent digitale Anwenderfähigkeiten angeben.

Deshalb sehen sich auch Großunternehmen und Konzerne mit der Herausforderung konfrontiert, einerseits ihre Geschäftsmodelle auf E-Commerce umzustellen, andererseits ihre IT-Ausstattung sowie die EDV-Kenntnisse der Mitarbeiter anzupassen. Bislang griffen besonders Großunternehmen auf die Unterstützung durch externe IT-Fachleute zurück, was der Branche trotz Corona einen immensen Auftrieb gab.

Fazit: Die Corona-Krise hat in der gesamten Welt zu einer Veränderung in den Arbeitsprozessen geführt, viele Entscheider in Unternehmen sind aufgewacht. Mit Einsatz von Cloud-Technologie kann jede Firma in kürzester Zeit eine digitale Lösung z. B. zum digitalen Unterschreiben, zum gemeinsamen Bearbeiten von Unterlagen oder für Videokonferenzen etablieren.

Dadurch löst virtuelle Präsenz von Mitarbeitern deren Anwesenheitspflicht an der Arbeitsstelle ab. Die Belegschaft widmet sich ihren Aufgaben vom Homeoffice aus und das mit scheinbar großer Effizienz.

Präsenzkultur wandelt sich

Wer bereits vor der Pandemie Erfahrungen mit dem Arbeiten im Homeoffice machte, tut sich zu Corona-Zeiten leichter. Das gilt mit Blick auf den Umgang mit digitalen Technologien, aber auch was die persönliche Haltung zu den neuen Anforderungen angeht. Denn laut einer Studie von „bidt – Bayerisches Forschungsinstitut für Digitale Transformation“ ist nur rund ein Viertel der befragten Homeoffice-Neulinge unzufrieden. Der Rest kann sich die Arbeit im Homeoffice auch nach Corona vorstellen.

Wie auch die Wissenschaftler in ihrer Studie vermuten, wird sich die Präsenzkultur in Deutschland nach Corona weiter wandeln. Die fortschreitende Digitalisierung wird international eine neue Arbeitswelt erschaffen, in der Unternehmen und Konzerne agile und virtuelle Arbeitsweisen umsetzen müssen. Dazu wird es laut Experten aber auch nötig sein, Produktionsprozesse und Arbeitsstrukturen in Unternehmen zu hinterfragen, anzupassen und zu ergänzen. Nur dann können Geschäftsprozesse von der Digitalisierung umfassend profitieren.

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