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Corona – Herausforderung oder Chance? Ein Plädoyer für mehr Mut

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Momentan befinden wir uns in einer globalen Ausnahmesituation – wir sollten einerseits möglichst zu Hause bleiben und arbeiten, andererseits werden uns etliche Freizeitmöglichkeiten entzogen. Der Corona-Virus sorgt dafür, dass lang erarbeitete Gewohnheiten auf den Kopf gestellt, wir mit aufgeschobenen Aufgaben und Problemen konfrontiert werden. Unterdrückte Wünsche und Ängste brechen wieder hervor.

Doch diese neuen Rahmenbedingungen bergen auch etliche Chancen. Wir erleben eine Entschleunigung auf allen Ebenen, stoßen auf kreative und pfiffige Alternativen. Anstatt uns auf den Frust und die Einschränkungen zu konzentrieren, könnten wir uns nun auf Positives fokussieren, negative Gewohnheiten „umbauen“ und lang geplante Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen.

Doch so einfach und „auf Fingerschnippen“, wie uns von Wissenschaftlern, Mentoren, Schriftstellern und anderen Experten suggeriert wird, funktioniert dieser „Switch“ dann doch nicht. Was oft außer Acht gelassen wird: die Komplexität des menschlichen Wesens. Wir bestehen eben nicht nur aus einem physischen Körper, sondern beherbergen auch eine Vielzahl von Emotionen, Bedürfnisse, Sinne – und stehen kontinuierlich mit unserer Umwelt in Verbindung. Die meisten von uns haben sich eine Routine angeeignet, der nun auf dem Kopf gestellt wird. Plötzlich ändert sich die Arbeitsumgebung, man wird in seine räumliche Freiheit stark eingeschränkt und die sozialen Kontakte fallen weg. Dementsprechend  bedarf es eines ganzheitlicheren Ansatzes, um in dieser Situation nicht nur die positiven Aspekte und Chancen zu erkennen – sondern eben auch sinnvoll umzusetzen.

Für ein tieferes Verständnis und eine erfolgsversprechende Herangehensweise lohnt sich ein Blick auf die Maslowsche Bedürfnishierarchie.

Sind die Ängste wirklich nützlich?

Direkt nach den physiologischen Grundbedürfnissen findet man bereits das Streben nach Sicherheit und Erfolg. Um hier voranzukommen, sind erst einmal „Investitionen“ in den Bereichen Gesundheit, körperliche Fitness, psychische Stabilität, sympathische Ausstrahlung, positives und überzeugendes Auftreten sowie ein gepflegtes und gut gekleidetes Äußeres erforderlich. Konnte man hier überall Haken setzen, erreichen wir den Bereich der Selbstverwirklichung. Ohne Plan drehen wir uns hingegen ständig im Kreis. Zudem sollten wir negative (interne und externe) Einflüsse von uns fernhalten. Der negative Effekt von Stress und Angst ist schon seit längerem bekannt, speziell die Beeinträchtigung unseres Immunsystems und die Destabilisierung unserer physischen Verfassung. Viele Menschen beschäftigen sich nahezu täglich mit der Angst vor dem Unbekannten, der Zukunft, dem Tod und anderen (vermeintlichen Bedrohungen). Doch „lohnen“ sich diese Ängste wirklich? Üblicherweise nicht. Grundsätzlich und auch in Bezug auf die aktuelle Situation erscheint es wesentlich sinnvoller, sich auf konkrete Verhaltensweisen zu fokussieren – empfohlene Hygienemaßnahmen einzuhalten, Sicherheitsabstände zu wahren und den persönlichen Kontakt zu anderen Menschen eine Zeitlang erheblich einzuschränken.

Sie bestimmen die Sichtweise

Neben diesen praktischen Maßnahmen benötigen wir einen Perspektivenwechsel – weg von der überwältigenden Gesamtkomplexität hin zu überschaubaren Teilbereichen. Setzen Sie sich feste Ziele, vermeiden Sie Perfektion und fangen Sie einfach an, auch wenn Ihnen noch nicht alle Informationen zur Verfügung stehen. Wenn Sie beispielsweise ein Buch schreiben wollen, sollten Sie sich initial über das Thema Gedanken machen und Ihre Kernmessage formulieren. Haben  Sie ein Ziel erreicht, nehmen Sie das nächste in Angriff. In unserem Beispiel folgend würde man dann schrittweise die einzelnen Kapiteln bearbeiten. Auch hier wieder Absatz für Absatz bis aus den Einzelteilen ein großes Ganzes wird. Geduld ist wichtiger als Verausgabung. In der übenden Wiederholung, im Durchhalten und im Fokussieren liegt das Geheimnis, um Fortschritte zu erzielen. Gerade jetzt wird Geduld unverzichtbar, machen Sie sich dies immer wieder bewusst. Meditation, gelebte Achtsamkeit und diverse weitere Methoden dienen dazu, in das Innere eines Themas oder Gegenstandes einzudringen und diese von innen zu sehen, um so mit neuen Erkenntnissen dem Ziel näher zu kommen.

Ein abschließendes Zen-Zitat: „Wenn Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit. Wenn sie etwas Schmerzvolles berührt, wandelt sie es um und heilt es.“

Autor:

Mohammad Wandi

Bildquelle: depositphotos.com/xerox123.mail.ua

 

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