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Abkühlung auf dem Immobilienmarkt

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Auch der Immobilien- und Bausektor bleibt nicht unbeeindruckt von der Covid-Pandemie. Allerdings ist die Stimmung dort noch besser als in vielen anderen Branchen. Die Delle, die Corona in die Immobilienwirtschaft schlägt, wird eher u-förmig verlaufen.

Mit acht Prozent wird der größte Rückgang der Branche bei Gewerbe- und Bürogebäuden bis 2024 erwartet. Durch Mietausfälle drohen den Vermietern teilweise 20 Prozent weniger Einnahmen eher abschreckend für potenzielle Investoren. Christian Federspieler, Hypovereinsbank, erwartet einen Rückgang der Verkaufspreise von Büro- und Gewerbeimmobilien um 12 bis 15 Prozent.

Hier gibt es größere Unsicherheiten, denn mit den unklaren wirtschaftlichen Aussichten könnten auch vermehrt Gewerbeimmobilien zum Verkauf angeboten werden, weiß das Handelsblatt zu berichten. Zum Beispiel, wenn Filialien von Warenhäusern oder Dienstleistern geschlossen werden.

Deutlich weniger Befürchtungen gibt es für den Sektor der Wohnimmobilien. Mietausfälle müssen auch hingenommen werden, denn den Mietern wurde ein Stundungsrecht eingeräumt, wenn eine Zahlungsunfähigkeit durch die Corona-Krise verursacht wurde. Auch dürfte die Nachfrage nach der privaten Wohnimmobilie zur Eigennutzung zurückgehen. Die Banken drücken ihre Skepsis mit steigenden Bauzinsen aus, ausgehend vom derzeitigen Niedrigzins. Auf der anderen Seite ist der Nachfrage-Überhang nach Miet- und Eigentumswohnungen im mittleren und unteren Preissegmenten unverändert hoch.

Gelassenheit herrscht in der Baubranche: Zwar sind die Aufträge deutlich zurückgegangen, aber es wird immer noch auf Hochtouren gearbeitet. Nun hat man endlich Zeit, den Rekordauftragsbestand der Vergangenheit auch mal abzuarbeiten. Einige neue Großprojekte wurden allerdings einstweilig gestoppt: Zum Beispiel verschiedene Bauten zur Expansion des Flughafen Münchens oder das „Convention Center Süd“ in Nürnberg. Hochtief selber hat den Baustart beim Neubau seiner Firmenzentrale in Essen vorerst verschoben.

Insgesamt ist nicht mit einem drastischen Einbruch der Preise zu rechnen, wohl aber mit deren Nachlassen. Das zu mindestens glaubt Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Außerdem böten Krisen auch immer die Möglichkeit für Schnäppchen.

 

 

Bild: Depositphotos.com/maxsafaniuk.gmail.com

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